Willkommen

„Die beste Medizin für den Menschen ist der Mensch.“ (Paracelsus)

zur persönlichen Homepage von Peter Freudl. Ich bin Diplom-Psychologe und arbeite als Psychologischer Psychotherapeut in Hamburg. Ich schaue nun auf mehr als dreißig Jahre Berufserfahrung als Psychotherapeut zurück und habe mich in meiner Laufbahn immer wieder intensiv mit den Themen Gesundheit und Krankheit und dem Zusammenhang von Körper, Geist und Seele beschäftigt. Die vorliegende Webseite stellt einige Ergebnisse dieser Beschäftigung dar. Auf einer zweiten Webseite habe ich meine Arbeit an einem Archiv für Körperpsychotherapie dokumentiert und die Bedeutung dieser Therapieform für ein zukünftiges Gesundheitssystem betont.

Unter der Überschrift ‚Mosaiksteine eines Gesundbrunnens‘  habe ich neue wissenschaftliche Erkenntnisse, sinnvolle Selbsthilfetechniken und eigene Gedanken zum Thema Gesundheit und Krankheit versammelt. Zusammenfassungen der Kernaussagen der einzelnen Aufsätze finden sie hier.

Ich fühle mich einem ganzheitlichen Denkansatz verpflichtet, also einer Sichtweise, die vielfältige Wechselwirkungen zwischen Körper, Seele und Geist annimmt. Das scheint mir im Übrigen auch der einzige Denkansatz zu sein, der sich mit neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen verträgt. Es ist ein Denken, das sich in weiten Teilen an das von dem amerikanischen Arzt und Psychiater George L. Engel (1913 – 1999) entwickelte biopsychosoziale Verständnis von Gesundheit und Krankheit anlehnt, dies jedoch um energetische und spirituelle Aspekte erweitert. Diese Erweiterungen erscheinen mir  erforderlich, weil leere Energiespeicher und Erschöpfungszustände mit erheblichen innerem Stresserleben und Überforderungsgefühlen einhergehen und dadurch zu gesundheitlichen Problemen führen können. Die Notwendigkeit, spirituelle Aspekte mit zu bedenken, ergibt sich aus der Tatsache, dass religiöse Menschen nachweislich glücklicher und gesünder sind und mit traumatischen Ereignissen besser zurecht kommen als nichtreligiöse Menschen. Das hat die aktuelle Glücksforschung eindrücklich belegt.

Außerdem fühle ich mich dem Salutogenese-Konzept des Medizinsoziologen Aaron Antonovsky (1923-1994) nahe, dem das Verdienst gebührt, das Augenmerk der medizinischen Forschung vermehrt darauf gerichtet zu haben, was uns gesund erhält und nicht nur zu schauen, wie unsere Pathologien entstanden und zu behandeln sind. Antonovsky glaubte, dass eine Mischung dreier wesentlicher Komponenten uns Menschen dabei hilft, unsere Gesundheit trotz eventuell starker äußerer Stressoren zu erhalten: Zum ersten nennt er „Verstehbarkeit“, dass also Ereignisse im Leben eines Menschen irgendwie nachvollziehbar sind und mit einer gewissen Logik geschehen. ‚Was geschieht, lässt sich erklären‘, darum geht es hier. Die zweite Komponente ist für ihn „Handhabbarkeit“, also das eigene Vertrauen darauf, dass man über ausreichende Ressourcen verfügt, um mit einer bestimmten Lebenssituation umgehen zu können. Der dritte Aspekt ist „Bedeutsamkeit“. Antonovsky meint damit ein motivationales Element; eine innere aktivierende Haltung, die bei Menschen dazu führt, Lebenssituationen als Herausforderungen zu betrachten, die Anstrengung und Engagement lohnen. Es geht hier also darum, für wie sinnvoll und wichtig einer Person das Leben und einzelne Bereiche darin erscheinen. Je ausgeprägter diese drei Komponenten bei einem Menschen vorhanden seien, desto stärker sei ein von Antonovsky so genanntes „Kohärenzgefühl“. Je höher das Kohärenzgefühl, desto mehr Schutzfaktoren habe ein Mensch, die dabei helfen, seine Gesundheit zu bewahren (Antonovsky 1997).

Symptome verstehbar, handhabbar, und die Arbeit daran bedeutsam zu machen, darum soll es hier gehen.

Die auf meiner Seite dargestellten Anregungen, Übungen und Querverweise sollen Ihnen und meinen Patienten die Möglichkeit geben, so hoffe ich, sich ermutigende und unterstützende Inspirationen für eigene Genesungs- und Reflektionsprozesse zu holen. Ich hoffe dies, weil ich die genannten Gedanken und Techniken für mich selbst und auch in meiner Berufserfahrung als Psychotherapeut als nützlich und segensreich erlebt habe und sie daher mit Überzeugung empfehlen kann. Natürlich ersetzt das nicht den Arztbesuch (falls Sie an konkreten Symptomen leiden) und niemand kann Ihnen Genesungsfortschritte wirklich garantieren! Doch wenn Sie tatsächlich bereit sind, etwas für sich selbst zu tun, werden Sie feststellen, dass mehr an Vitalität, Wohlgefühl und innerer Harmonie erreichbar ist. In Zeiten, in denen der einzelne Mensch gleichsam als seine eigene Ich-AG, also als ein möglichst kapitalisierbares Unternehmensprojekt gesehen wird, der mit stets noch größer werdenden gesellschaftlichen Erwartungen permanenter Selbstoptimierung konfrontiert ist, ist eine weitere Gesundheits-Webseite mit Tipps und Anregungen eine recht zweischneidige Sache. Dessen bin ich mir bewusst. Sie könnte so missverstanden werden, dass der einzelne Mensch allein seines Glückes und seiner Gesundheit Schmied ist. Das stimmt sicher nicht. Gesamtgesellschaftliche Faktoren sind natürlich bedeutsam und nicht so einfach durch individuelle Anstrengungen auszuhebeln.

Dazu hier nur drei Beispiele.

Erstens: „Arm am Beutel, krank am Herzen“, hat schon Goethe geschrieben und die zeitgenössische Wissenschaft gibt ihm Recht. Wer arm ist, stirbt früher; und zwar in Deutschland im Durchschnitt um etwa fünf Jahre. (Bedenkt man, dass heute ein Siebtel aller Kinder in Deutschland in Familien aufwachsen, die von Hartz IV leben müssen, die also in Armut aufwachsen und dass die Aufstiegschancen solcher Kinder, selbst wenn sie begabt sind, in Deutschland sehr gering sind, dann heißt das, dass wir damit zulassen, dass diese Kinder als spätere Erwachsene ein halbes Jahrzehnt weniger lang leben werden!)

Zweitens: Herzinfarkt ist keine Managerkrankheit, sondern trifft sehr viel häufiger diejenigen, die in der Hierarchie der Angehörigen einer Firma unten angesiedelt sind. Wer am wenigsten Macht hat, seine Situation zu beeinflussen, ist höherem Stress ausgesetzt. Das hat Auswirkungen, z.B. eine größere Anfälligkeit für Herzinfarkt.

Ein letztes Beispiel: Der Gedanke, dass man als gesunder Mensch einfach Glück in der Genlotterie gehabt habe und als kranker Mensch eben einfach Pech, ist in aller Regel (mit wenigen Ausnahmen) falsch. Er deckt sich schlicht nicht mit den jüngsten wissenschaftlichen Einsichten. Das menschliche Genom ist zwar seit 2003 vollständig entschlüsselt, doch revolutionäre neue Medikamente oder Behandlungsstrategien sind nicht in Sicht, weil Gene eben nur selten in einer ursächlichen Eins-zu-Eins-Beziehung zu einer Krankheit stehen. Die junge Wissenschaft der Epigenetik belehrt uns seit gut zehn Jahren darüber, dass es das Umfeld eines Gens ist, dass über dessen Aktivierung oder Ausschaltung eines Gens entscheidet. Mit ‚Umfeld‘ ist hier sowohl das innere Milieu eines Menschen als auch sein gesamtgesellschaftlicher und historischer Kontext gemeint.

Kurz: Die Epigenetik sagt uns, dass soziologische und historische Faktoren bis in die innerste Regulation unser Körperzellen hineinwirken. Das ist für jeden Menschen mit etwas gesundem Menschenverstand wohl auch intuitiv einleuchtend.

Nun aber dennoch die Eigenverantwortung zu betonen, wie ich es auf diesen Seiten tun möchte, soll nicht die Anzahl der Selbstansprüche oder gesellschaftlichen Erwartungen erhöhen helfen. Das wäre fatal, würde es doch wieder nur neuen Stress erzeugen und damit der eigentlichen Absicht dieser Seite zuwiderlaufen. Weil dies ein unauflösliches Dilemma jedes Angebots ist, das an die individuelle Aktivität zur Verbesserung eigener Gesundheit appelliert, kann ich Sie nur um Folgendes bitten: Nehmen Sie all meine Anregungen gelassen. Sehen sie sie als Angebote, die sie gerne ablehnen können. Falls Ihnen das hier dennoch Druck macht, hören Sie lieber auf zu lesen und gehen Sie spazieren! Das meine ich ernst.

Die bisherigen Texte sollen jeweils aktualisiert und in Zukunft durch weitere Aufsätze ergänzt werden, je nach der Zeit, die ich dafür einsetzen kann. Über Kommentare freue ich mich.

Literaturempfehlungen:

  • Antonovsky, Aaron (1997): Salutogenese. Zur Entmystifizierung der Gesundheit, Tübingen: dgvt-Verlag